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Erfahrungsbericht: Dunlop Sportmax GPR-300 – Was kann der günstige Sportreifen?

Erfahrungsbericht: Dunlop Sportmax GPR-300 – Was kann der günstige Sportreifen?

Es muss nicht immer ein Supersportreifen sein, um auf der Straße Spaß zu haben. Der Sportmax GPR-300 von Dunlop beschränkt sich auf eine einzige Mischung, kann sich im Alltag aber beweisen.

Dunlop GPR-300 im Überblick

Mittlerweile arbeiten viele Sportreifen mit mehreren Mischungen auf der Lauffläche. Dabei ist der äußere Bereich weicher als die Mitte, um mehr Stabilität auf der Bremse und mehr Grip in Schräglage zu gewinnen. Einziges Manko an diesem Feature ist der Preis: Solche Reifen werden mit größerem Fertigungsaufwand produziert und belasten das Portmonee ordentlich. Deshalb haben wir uns für den Dunlop Sportmax GPR-300 entschieden, einen Mono-Compound-Reifen. Dunlop verpasst ihm ein recht feines, unterbrochenes Profil. Durchgängige Rillen gibt es nicht. Auch die Reifenkontur ist tendenziell runder als bei anderen Sportreifen, weshalb wir ein eher sanftes Einlenken erwartet haben.

 

Erster Eindruck: sportlicher als erwartet

Den Dunlop Sportmax GPR-300 als Crossover zwischen Touring und Sportreifen einzuschätzen war ein Fehler. Auf den ersten Kilometern überraschte er uns mit seiner Flinkheit. Er lenkt extrem willig ein, lässt sich in Schräglage gut einschätzen und gibt sogar über die Telegabel der Suzuki SV650 ein klares Bild über den jeweiligen Straßenbelag. Vielleicht war er sogar etwas zu wild für den eher ruhigen, weichen Charakter der SV650. Über den Reifendruck lässt sich diese Eigenschaft leicht einstellen. Selbst auf kleinere Veränderungen von 0,1 Bar reagiert er schnell – Vor allem der Vorderreifen. Wir sind mit unserem Druck etwa 0,15 Bar unter die Herstellerangabe gegangen und waren mit dem Fahrverhalten glücklich. Wer es etwas spitzer mag, ist mit der Herstellerempfehlung wahrscheinlich gut bedient. Unsere ersten Eindrücke nach den ersten Fahrten haben wir bereits in einem anderen Artikel ausführlich zusammengefasst.

 

Dunlop Sportmax GPR-300 Erfahrungsbericht Schräglage hinten

 

Weiche Karkasse

Grund für die spürbaren Veränderungen bei eigentlich kleinen Korrekturen ist seine weiche Karkasse. Schon bei Aufziehen der Reifen war kaum Kraft nötig. Er rutsche wie von Geisterhand auf die Felge. Um den Vorderreifen in das Felgenhorn springen zu lassen, mussten wir nur von Hand kräftig drücken. Es war nicht einmal nötig, einen Montierhebel aus dem Schrank zu holen. Damit unterscheidet sich der GPR-300 stark von härteren Kollegen wie etwa dem Metzeler Sportec M7RR, unserem Tipp für alle, die einen guten Allrounder suchen.

 

Allround-Reifen

Ein guter Allrounder ist der Dunlop Sportmax GPR-300 auch. Er braucht nahezu keine Temperatur, um gut zu funktionieren und kann auch im Regen mehr als die wenigen Profilrillen vermuten lassen. Wer es mit harten Gasstößen provozieren will, kann den Reifen zum Durchdrehen bringen. Wer aber etwas Zug rausnimmt und auf eine weiche Gasführung achtet, kann auch im Regen Spaß haben. Bei schönem Wetter, etwa 20 Grad auf trockenem Asphalt, hatten wir auf der Hausstrecke keinerlei Probleme, was den Grip angeht. Mutig hingen wir uns an ein paar flotte Supersportmaschinen. Dort zeigte sich, dass auch tiefere Schräglagen kein Problem darstellen. Dass der Reifen sein Limit erreicht hat, haben wir nicht spüren können. Das Reifenbild sah anschließen auch wunderbar gleichmäßig aus. So soll es sein. Die geringe Power der Suzuki SV650 kommt dem Reifen natürlich zugute. Wenn nun eine 600er oder gar 1000er Supersportler ordentlich am Kabel zieht, muss der Reifen deutlich mehr arbeiten. Für alle Nakedbikefahrer mit unter 100 PS können wir den Reifen nur empfehlen. Wie es mit kräftigeren Motorrädern aussieht, können wir leider nicht beurteilen.

Insgesamt legen wir einen eher runden, weichen Fahrstil an den Tag. Das heißt, hartes Ankern oder heftiges Beschleunigen kommt nur selten vor. Auf der Straße versuchen wir eher, den Schwung mit durch die Kurve zu nehmen. Gepaart mit einer ruhigen Gashand hält der Reifen einige Zeit durch. Wer natürlich auf der letzten Rille voll in die Bremse greift und ab dem Scheitelpunkt das Gas aufreißt, wird die Flanken schnell runterreiten. Gerade wenn Drehmomentmonster wie KTM 1290 Superduke und Konsorten am Gummi zerren. Kurz gesagt: Für unseren Fahrstil bietet der Sportmax GPR-300 mehr Grip als wir brauchen. Daher kann auch mit sicherem Gefühl im Kopf gern zügig gefahren werden.

 

Dunlop Sportmax GPR-300 Erfahrungsbericht Rolling Shot

 

Gefühl für das Vorderrad

Besonders wichtig ist für uns, welche Informationen der Reifen überträgt. Selbstverständlich ist dafür auch eine gut abgestimmtes Fahrwerk wichtig. Insgesamt fällt der stille Dialog mit dem Vorderrad etwa durchschnittlich aus. Unter den von uns gefahrenen Reifen überbringt der Metzeler Sportec M7RR das klarste Bild über die Straßengüte, seinen Grenzbereich und das Temperaturlevel. Dahinter gesellt sich der Sportmax GPR-300. Unebenheiten überträgt er zwar auch eindeutig, es fehlte uns aber ein wenig mehr Detailgrad über sein Limit, vielleicht liegt dieses einfach noch höher als wir uns getraut haben. Nächstes Jahr sind wieder Rennstreckentermine geplant. Dann werden wir auch mal den GPR-300 aufziehen, auch wenn er nicht für den Rennsporteinsatz ausgelegt ist. Dort können wir sein Limit aber besser und vor allem sicherer bestimmen als auf der Straße. Dahinter liegen noch der Heidenau K80 und der Bridgestone S21. Beide sind auch wunderbare Sportreifen mit genügend Grip. Vor allem beim Bridgestone hatten wir aber nahezu kein Gefühl für den Grenzbereich.

 

Dunlop GPR-300 Erfahrungsbericht Hinterreifen

 

Fazit

Abschließend bereuen wir es keinesfalls, den günstigsten Sportreifen aus dem Dunlop-Regal ausprobiert zu haben. Er bietet mehr Grip als wir benötigen, seine Fahreigenschaften lassen sich einwandfrei über den Luftdruck bestimmen und mit rundem Fahrstil passt auch die Laufleistung. Eigentlich wollte wir uns auch mal die Multi-Compound-Reifen wie den Sportsmart TT vorknöpfen. Doch eigentlich reicht uns auch das Mittelklasse-Pneu.

 

     

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Niklas Schäfer

motivierter Tourenfahrer, leidenschaftlicher Schrauber und angehender Hobby-Rennfahrer - von allem etwas!

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