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Motorrad Bremsbeläge wechseln | Suzuki SV 650 Caferacer

Motorrad Bremsbeläge wechseln | Suzuki SV 650 Caferacer

Die Bremsbeläge müssen erneuert werden? Kein Problem. Wer ein wenig Werkzeug und 15 Minuten Zeit hat, kann das ganz allein erledigen.

Die Bremse ist ein sicherheitsrelevantes Teil und muss jederzeit bestens funktionieren. Deshalb sollten Bremsbeläge, deren Verschleißindikatoren nur noch marginal zu sehen sind, erneuert werden. Wir zeigen euch, wie ihr den Tausch in der heimischen Garage durchführen könnt. Ihr benötigt nicht mehr als ein Ratschenset, Maul- oder Ringschlüssel, Inbus-Schraubendreher, einen Schlitzschraubendreher und eine Zange. Selbstverständlich benötigt ihr auch neue Bremsbeläge.

 

EBC Sintermetallbeläge für stärkere Bremswirkung

Wir nutzen keine originalen Bremsbeläge, sondern Sintermetallbeläge von EBC. Diese sollen eine spürbar stärkere Bremswirkung erzielen. Preislich liegen sie nicht weit über dem Originalteil, deshalb nutzen wir die Gelegenheit für einen Test. Wie sich die Beläge bei sportlichem Fahrstil auf der Straße schlagen, erfahrt ihr bald in einem Testbericht. Im Vergleich zu organischen Belägen wie dem Serienbelag ist aber auch mit einer schlechteren Dosierbarkeit zu rechnen.

 

 

Vordere Bremssättel

Nun aber ran an die Arbeit! Wer Montageständer besitzt, kann das Motorrad gern aufbocken, um bequemer arbeiten zu können. Wir haben diesmal darauf verzichtet. Wir beginnen mit den vorderen Bremsbelägen. Dafür lösen wir den Bremssattel, in unserem Fall ist er mit zwei Sechskantschrauben mit Schlüsselweite 14 befestigt. Sobald die Schrauben herausgenommen werden, liegt der Sattel nur noch locker auf der Bremsscheibe. Zieht ihn langsam nach außen, bis er von der Bremsscheibe gelöst ist. Jetzt dreht ihr ihn zu euch hin und löst die Sicherheitsklammer. Manchmal lässt sie sich mit zwei Fingern herausziehen, mal muss eine Spitzzange her, um die Sicherung zu lösen. Jetzt zieht ihr den Splint heraus, der durch die Öffnungen beider Bremsbeläge verläuft. Einer der Beläge liegt schon locker im Sattel, ihn könnt ihr bereits wegnehmen. Der zweite Belag sitzt zusätzlich in einer Schiene auf der Gegenseite. Um auch den zweiten Belag zu befreien müsst ihr ihn nach oben klappen und nach vorn rausführen.

 

 

Wenn keine Bremsklötze im Bremssattel sind, drückt ihr die Bremskolben vorsichtig ein paar Millimeter nach innen, sonst passt der Sattel gleich nicht mehr auf die Bremsscheibe. Auf gleichem Weg, wie die alten Bremsbeläge entnommen worden sind, finden die neuen Bremsbeläge ihren Weg in den Sattel. Achtet immer darauf, dass die Belagflächen nach innen zeigen. Zuerst montiert ihr den einfach befestigten inneren Bremsklotz, danach führt ihr den äußeren Belag nach. Jetzt ist es Zeit, die Schiene wieder einzusetzen und sie mit dem Split zu sichern. Jetzt darf der Bremssattel auf die Scheibe gelegt und festgezogen werden. Auf der anderen Seite geht ihr identisch vor. Wenn ihr alle vorderen Beläge getauscht habt, pumpt ihr mehrmals am Bremshebel, bis ihr wieder normalen Bremsdruck spürt. Das Druckverlust ist normal, da ihr die Bremskolben zurückgedrückt habt und zunächst die Lücke zwischen Bremsscheibe und Bremsklotz geschlossen werden muss.

 

Hinterer Sattel

Im Prinzip ist das Vorgehen beim hinteren Bremssattel identisch. Ein paar Kleinigkeiten unterscheiden sich aber doch. Einerseits ist es dort etwas enger, deshalb haben wir kurzerhand den Endschalldämpfer demontiert, um entspannter arbeiten zu können. Zudem muss hinten nicht zwingend der komplette Bremssattel abgenommen werden. Es reicht eigentlich die Außensechskantschraube zu lösen. Dann kann der Sattel nach oben weggeklappt werden. Wir haben uns trotzdem entschieden, beide Schrauben herauszudrehen und den gesamten Sattel zu demontieren.

Anstelle des Sicherungssplints, arbeitet Suzuki hinten mit einer Madenschraube, welche sich mit einem Schlitzschraubendreher lösen lässt. Darunter sitzt eine 5er Inbusschraube, welche die Beläge gegen Verrutschen sichert. Diese lösen wir und nehmen beide Bremskötze heraus. Jetzt die Kolben zurückdrücken, neue Beläge mit den Belagflächen nach innen einlegen und die Inbusschraube wieder einsetzen. Wenn ihr die Beläge jetzt nicht mehr auf dem Sattel nehmen könnt, habt ihr alles richtig gemacht – sie dürfen sich noch drehen lassen.

 

 

Eine zweite Schiene wie bei den vorderen Sätteln gibt es hinten nicht. Die Beläge werden am Gussteil mit einem kleinen Halteblech eingeklemmt. Achtet beim aufsetzen des Sattels bitte darauf, dass dieses Blech korrekt an seiner Stelle sitzt. Wenn alles passt, könnt ihr den Bremssattel wieder befestigen. Auch hier haben wir eine Lücke zwischen der Bremsscheibe und dem Bremsbelag erzeugt. Deshalb tretet mehrmals auf den Fußbremshebel, bis ihr wieder den normalen Druckpunkt spürt.

 

Neue Beläge einfahren

Neue Bremsbeläge müssen für einige Zeit eingefahren werden. Achtet auf den ersten 50 Kilometern darauf, etwas sanfter zu bremsen. Im Ernstfall dürft ihr natürlich trotzdem mit voller Kraft zulangen. Gerade die ersten Bremsvorgänge fühlen sich vielleicht ein wenig unrund an. Es liegt daran, dass die Beläge möglicherweise nicht ganz gleichmäßig an die Scheibe heranfahren oder eine leicht schräg sitzen. Nach etwa 20 bis 30 Bremsungen, dürfte das Problem aber Geschichte sein.

 

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Niklas Schäfer

motivierter Tourenfahrer, leidenschaftlicher Schrauber und angehender Hobby-Rennfahrer - von allem etwas!

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