Motorrad einwintern – Checkliste für den Winterschlaf

Nun steht die lange Winterpause an – genau der richtige Zeitpunkt, um das Motorrad für den Winter einzumotten. Damit kein Schritt vergessen wird, arbeiten wir die Checkliste gründlich ab.

Schritt 1: Motorrad gründlich säubern

Dreck, Staub und Co. sind der größte Feind des Motorrades. Vor allem im Winter sammelt sich dort gern Wasser und regt die Korrosion an. Um hier entgegenzusteuern, ist eine gründliche Wäsche unumgänglich. Wir nutzen den S100 Totalreiniger+, behandeln und behandeln die lackierten Teile anschließend mit dem S100 Farbauffrischer. Verkleidungsteile dürfen gern demontiert werden, denn gerade darunter sammeln sich oft grobe Rückstände. Auch der Bereich um das Ritzen herum ist oft sehr stark verschmutzt und will dringend gereinigt werden, um langfristig Schäden zu vermeiden. Gleiches gilt für die Kette. Vor der Winterpause sollte diese gründlich gesäubert und neu geschmiert werden, sofern sie nicht ausgetauscht wird.

 

 

      

 

Nach der Reinigung tragen wir ein Glanzwachs auf. Dieser hilft dabei, Kondenswasser gar nicht erst auf den Lack treffen zu lassen. Außerdem sieht das Motorrad danach beinahe so aus, als wäre es gerade vom Band gelaufen und glänzt wie am ersten Tag. Auch Kunststoffteile können mit einem Farbauffrischer behandelt werden. Dadurch werden selbst ausgebleichte Teile oft wieder tiefschwarz.

Bei der gründlichen Komplettreinigung können beschädigte Teile auffallen, diese sollten möglichst im Winter ausgetauscht werden – hier sind die Preise für Ersatzteile oft etwas günstiger. Gleiches gilt für Verschleißteile. Reifen, Bremsbelägen, Kettensätze, Glühbirnen und Co. lassen sich im Winter Sale in der Regel günstig schießen. Durch die kleinen Reparaturen vergeht die Winterpause gefühlt auch deutlich schneller.

 

 

 

Schritt 2: bewegliche Teile schmieren

Damit sämtliche bewegliche Teile auch nachhaltig geschont werden und länger erhalten bleiben, wirken ein paar Tröpfchen Öl wahre Wunder. Dabei reichen oft wirklich nur wenige Milliliter, zu viel des Guten verdreckt umliegende Teile und ist für die Umwelt nicht gerade förderlich. Teile wie der Seitenständer, Hauptständer, Bremshebel, Kupplungshebel, Schalthebel, Fußbremspedal, Schaltgestänge oder Umlenkrollen für Gas- und Kupplungszüge werden dankbar sein. Dank des Schmiermittels wird Wasser besser abgewiesen und beugt der Korrosion vor. An Steckachsen sollte nicht zu Öl, sondern zu einem geeigneten Fett gegriffen werden.

 

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Schritt 3: Korrosionsschutz

Blanke Metallteile reagieren bei feuchter Winterluft sehr gerne mit Sauerstoff. Aluminiumteile werden matt, Stahl und Chrom beginnen zu rosten. Hierfür sprühen wir einen Korrosionsschutz auf die genannten Stellen. Während der Saison würden wir die Überschüsse nach ein bis zwei Minuten mit einem sauberen Tuch  abnehmen. Für die Winterstillegung muss der Film nicht abgetragen werden. Bis zu einem gewissen Grad gilt hier das Motto: „Viel hilft viel“. Wer die paar Euros für einen chemischen Korrosionsschutz nicht ausgeben möchte kann die Bereiche auch mit einem ölgetränkten Tuch abwischen. Der Ölfilm unterbindet die Reaktion ebenfalls, ist aber weniger effektiv und verlangt vor der ersten Fahrt nach deutlich mehr Arbeit. Wir verwenden den S100 Korrosionsschutz.

 

     

 

   

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Schritt 4: Kühlerfrostschutz

In den Wintermonaten fällt die Temperatur häufig unter den Gefrierpunkt. In der Schule haben wir es alle gelernt: Wenn Wasser gefriert, dehnt es sich aus – Der Tod für jeden Kühler! Wer im Sommer ohne ein Frostschutzmittel im Kühlkreislauf unterwegs war, sollte dieses jetzt schleunigst nachfüllen. Bei dieser Gelegenheit darf das alte Kühlmittel auch gern komplett abgelassen werden und durch neues ersetzt werden.

 

      

 

Schritt 5: Tank leeren oder komplett füllen?

Hier scheiden sich die Geister: Die einen Biker entleeren das Kraftstoffsystem vor dem Winter komplett, die anderen füllen es sogar randvoll auf. Bei modernen Kunststofftanks ist es nahezu egal, wie voll der Tank ist. Korrosion entsteht nicht und Weichmacher werden bei den heutigen Spezialkunststoffen auch nicht durch das Benzin entzogen. Benzin kann aber theoretisch mit der Tankwand diffundieren (Vermischen von Materialen) und dort Schäden verursachen. Deshalb wird bei Kunststofftanks empfohlen, diese vor der Winterstilllegung zu leeren. Aluminiumtanks sollten bei längerer Standzeit ebenfalls geleert werden. Es liegt daran, dass das Material durch den ständigen Kontakt mit Benzin spröde wird.

 

 

Anders sieht es aus, wenn ein Blechtank verbaut ist. In einem Tank, der nur teilweise gefüllt ist, bildet sich generell etwas Kondenswasser. Wenn der Tank komplett gefüllt ist, wird das Risiko gemindert. Gerade bei Tanks aus Stahlblech lohnt es sich also tatsächlich, den Treibstoffspeicher komplett zu füllen – Bitte aber darauf achten, dass noch genügend Luft bleibt, um den Deckel zu schließen und das Motorrad abzustellen. Wer den Tank überfüllt und das Motorrad auf den Seitenständer stellt, geht die Gefahr ein, dass das Benzin langsam am Tankdeckel vorbei nach unten läuft. Benzin zerstört Lacke sehr schnell – also Vorsicht!

Generell kann also folgende Faustformel angewendet werden: Alles was rosten kann, sollte komplett gefüllt werden – alle Tanks aus nicht-rostenden Materialien komplett leeren.

 

Schritt 6: Ölwechsel

Im Motoröl sammeln sich Sedimente („gröbere Partikel“), welche vor dem Winter ausgespült werden sollten. Vor allem bei längerer Standzeit lagern sich diese gern ab und können theoretisch einen Motorschaden hervorrufen. Wer mit teil- oder vollsynthetischem Öl fährt, braucht sich keine großen Sorgen machen. Hochwertige Öle lösen solche Ablagerungen sogar und mindern das Risiko. Bei mineralischen Ölen kann es eher zu Rückständen in Lagern von Pleueln und Kurbelwelle kommen.

 

Mit frischem Öl läuft der Motor gleich viel runder

   

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Oft wird empfohlen, den Ölwechsel noch bis ins Frühjahr hinauszuzögern, da das frische Öl über den Winter bereits wieder altern könnte. Grundsätzlich ist der Gedanke auch nicht falsch, die Polymere im Öl werden aber hauptsächlich durch mechanische Belastungen aufgebrochen und mindern dessen Qualität. Da im Stillstand keinerlei mechanische Kräfte wirken, sollte das Öl lieber vor dem Winter gewechselt werden, um gefährliche Ablagerungen zu vermeiden.

 

Schritt 7: Batterie abklemmen

Die Batterie sollte über die lange Pause an einem Ladungserhaltungsgerät angeschlossen werden. Dafür wird sie vom Bordstrom getrennt. Für den Ausbau gilt: erst den Minuspol trennen (Schwarz), dann den Pluspol (Rot). Für den späteren Einbau gilt die umgekehrte Reihenfolge. Nur auf diese Weise können Kurzschlüsse komplett vermieden werden. Bei den meisten säurebasierten Batterien reichen günstige Erhaltungsgeräte vollkommen aus. Wer mit einer besonders leichten Lithium-Ionenbatterie fährt, muss auf die Spezifikationen des Ladegerätes achten. Li-Ion-Batterien leiden stark, wenn ihre Spannung zu groß ist. Hier geben die Hersteller meist vor, bis zu welcher Spannung die Zellen geladen werden dürfen. Viele moderne Batterieladegeräte erkennen, welche Batterie vorliegt und bieten auch eine Erhaltungsfunktion für unterschiedliche Batterietypen.

 

      

 

 

Schritt 8: Abstellen

Jetzt darf das Bike abgestellt werden und sich auf den nächsten Einsatz im Frühjahr freuen. Doch selbst hier können Fehler gemacht werden! Wenn das Motorrad nicht auch zwei Montageständern oder einem Zentralständer überwintert, sollte der Reifendruck erhöht werden. Bei zu wenig Druck kann es zu einer Dauerverformung des Reifens kommen, die nicht nur eine ungemütliche, sondern auch gefährliche erste Fahrt verspricht. Dazu sollte das Motorrad natürlich trocken untergebracht werden, am besten sogar in einem abgeschlossenen Raum – dort ist es auch vor Langfingern gesichert, die es in der dunklen Zeit entwenden möchten.

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